“Vorwort”

Ich merke die Wirkung der Zeichnungen der vorigen Tage. Ich bin noch ganz erfüllt. Hinzu kommt, dass ich gerade noch in einem anderen Zusammenhang im Einzelsetting einen Neurolotus gezeichnet habe, der noch kräftig in mir weiterschwingt.

Doch will ich auch Tag 5 eine Zeichnung zu meinem Thema anfertigen.

Ich habe überlegt, zeichnerisch jetzt ganz grundsätzlich – wie so eine Art „Hygiene-Check“ und auf gewissen Weise wie aus einer Meta-Perspektive – auf mich und das Thema Schreiben zu schauen. Da darf es gerne grundsätzlich noch ins Fließen kommen.

Ich und mein Schreiben

Und direkt geht es los. Irgendwie erinnert mich die Neurographik auch immer wieder an meine Aufstellungsarbeit mit den Systemischen Strukturaufstellungen: Je nach Anliegen kann es bei dem einen oder anderen Element nicht leicht sein, den stimmigen Platz zu finden. Und so geht es mir gerade auch zu Beginn meiner Zeichnung. Und ich dachte gerade, dass ich jetzt sozusagen „nur“ einen „Hygiene-Check“ mache, also mehr der Form halber zeichne. Anscheinend weit gefehlt.

Der Kreis für das Schreiben wird auch nicht rund, sondern andersförmig. Ich fahre mehrfach nach, in der Hoffnung, noch einen Kreis zeichnen zu können. Daraus wird irgendwie nichts. Und doch mag ich diese eigene Form, die gerade entstanden ist. Vielleicht geht es auch genau darum: Nicht einer Form genügen zu „müssen“, sondern meine eigene Form zu finden.

Und ich bin überrascht, dass ich eine fast liebevolle Zuneigung gegenüber dieser eigenen Form entwickle, wenn ich so auf die Form schaue, die für’s Schreiben steht.

Sortieren

Bei mir braucht es gerade etwas innerliche Sortierarbeit, die dazu führt, dass der Kreis für mich plötzlich mehr als doppelt so groß wird.

Zweiter Kreis links

Mit diesem neuen Kreis tritt eine Frage in den Vordergrund, die ich heute gehört habe: Angenommen, ich würde morgens um 4.00 Uhr aus meinem Schlaf geweckt und direkt auf eine Bühne gebracht: Worüber möchte ich erzählen?

Und ich denke gerade: Über die Schönheit des Lebens. Über die vielen Geschenke des Lebens, die ich jeden Tag erfahren darf: Ich fühle mich zum Beispiel reich beschenkt, wenn ich Kinder im (Kinder-)Garten spielen höre, wenn ich – wie neulich – den ersten Kohlweißling fliegen sehe und auch die Zugvögel, die zurückkommen und ihre „1“ formen, die hiesigen Vögel, die emsig hier das Ihrige tun. Die Schneeglöckchen, die den Vorfrühling einläuten und vieles, vieles mehr. Ich fühle mich reich beschenkt und beseelt.

Wichtige Beziehungen

Mir fällt auf, dass kaum eine Linie zum Scheiben geht und ich ändere das direkt. Wenn ich keine Beziehung zu einem Thema habe, ist es auch nicht leicht, dieses Thema voran zu bringen.

Wenn ich die Schönheit des Lebens mit ihrer zugrunde liegenden Liebe nicht erkenne, kann ich mich auch nicht um die wichtigen Dinge in meinem Leben hingebungsvoll kümmern. Mit einem weiteren Kreis wird mir deutlich, dass ich mich zeigen möchte.

Das Schreiben ist eingebettet in etwas Größerem. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf, zu viele zu schnell, als das ich sie greifen könnte.

Jetzt wird es bunt

Ich beginne beim Rechteck mit Karmolsin und mittlerem Purpurrosa. Ich denke: Schichten in Schichten, wie Welten in Welten – so ist auch das Schreiben für mich.

Das Blau bringt mir Ruhe und Weite in das Bild.

Das Gelb steht einmal mehr für Klarheit: Das Schreiben bringt mir Klarheit, schafft Klarheit.

Das Grün ist sehr wichtig. Es knüpft an meine Gedanken über die Schönheit meines Lebens an. Und ich ziehe zusätzliche Linien ein, damit diese Qualität auch durch das Schreiben fließen kann.

Die vielen Farben erschaffen eine ganz eigene Landschaft. Ich merke, dass es mir wichtig ist, meiner Intuition in den Farben zu folgen, doch befinde ich mich wieder in dem Raum der Sprachlosigkeit und erfreue mich einfach an den Farben und den Landschaften, die in meiner Wahrnehmung vor meinem Auge entstehen.

Eine Erlaubnis

Zum Schluss führt das Nachspuren meines Kreises zu dem Entschluss, dass ich mir so eine Art Erlaubnis gebe. Natürlich durfte ich schon immer schreiben und habe das auch schon immer sehr gerne getan und habe viel geschrieben. Und doch habe ich den Eindruck, dass sich die Erlaubnis auf etwas bezieht, das ich vorher noch nicht in dieser Form entfalten konnte. Ich lasse mich überraschen.

Fazit

Das war also der fünfte und letzte Teil meiner „Challenge 551“. 5 Tage mit insgesamt 5 Zeichnungen zu einem Thema.

Mein Ausgangsthema war „Artikel rund um das Thema ‚Werte‘ zu schreiben.“

Ich bin während dieser 5 Tage in die Wertewelt eingetaucht, habe manchen Werten – gefühlt – persönlich die Hand gegeben und mich mit ihnen ausgetauscht. Das Zeichnen war ein tolles „Reisemobil“, mein Stift ein toller Reiseführer, der Hand in Hand mit meiner Intuition ging und sich nicht gescheut hat, unentdeckte Gefilde zu erkunden. Ich bin für die Erfahrung sehr dankbar.

Wie geht es weiter?

Ich habe mir vorgenommen, meine Texte aus den 5 Tagen noch einmal durchzulesen und mir eine Art „Fahrplan“ zu überlegen, in den meine Erkenntnisse fließen. Und dann noch einmal mehr über Werte schreiben.

Und wenn Du Interesse hast, einen besseren Zugang zu deinen Werten zu erhalten, kannst du dir gerne mein freebie “Wolkenschieben” herunterladen.

Foto und Zeichnung: mindwerkk

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