Notizbuch

Vom Handeln und Vertrauen

„Bisher bin ich immer diesen Weg gegangen“, sagte sie. „Anders herum habe ich es noch nie versucht. Das ist neu.“

Diese Erkenntnis und Bereitschaft für das Neue spricht die Anliegenbringerin als sie ihr Lösungsbild zu einer beruflichen Fragestellung zu sich aufnimmt. Im Bild stehen sich die Repräsentanten der Werte „Vertrauen“ und „Handlung“ gegenüber. Bisher war das Handeln der Klientin geprägt von dem Muster, aus dem Handeln heraus ins Vertrauen zu kommen, also über die gemachten Erfahrungen Vertrauen zu entwickeln. Die Aufstellung in Bezug auf das Anliegen der Klientin ermöglichte ihr die Erkenntnis, dass es hier darum ging, mit Vertrauen in die Handlung zu gehen, also die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.

Dass es diese beiden Wege gibt, mag vielleicht als völlig selbstverständlich erscheinen. Wir haben in den unterschiedlichen Bereichen unseres Lebens unterschiedliche Vorlieben, welchen dieser beiden Wege bevorzugt gegangen wird. Und doch können wir uns manchmal in Situationen befinden, wo wir dieses Wissen vergessen und den Zugang zu einem dieser Werte verloren haben. Dann kann es sich lohnen, gedanklich spazieren zu gehen und sich zu fragen, in welchen Bereichen unseres Lebens wir in voller Vertrauen ins Handeln gekommen sind? Und wo wir vielleicht erst gehandelt haben und über diese Erfahrung Vertrauen aufbauen konnten? Vertrauen in unser Tun? In unsere Fähigkeiten? In ….? Welche Qualität hatte die jeweilige Erfahrung? Und wie können wir diese Erinnerung im Hier und Jetzt für uns nutzen und dadurch einen nächsten Schritt gehen?

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